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Malteser Bad Honnef

50 Jahre Malteser Hilfsdienst - in Bad Honnef, für Bad Honnef

Eine kurze Chronik

16.06.2015

Die Bad Honnefer Malteser feiern am kommenden Wochenende gemeinsam mit der Pfarrgemeinde Sankt Johann Baptist ihr 50-jähriges Bestehen. Mit fast 200 aktiven Mitgliedern ist die rein ehrenamtliche Gruppierung des Malteser-Hilfsdienstes eine der aktivsten Gruppen weit und breit. Ihren Anfang nahm sie 1965 mit der Initiative einiger junger Leute aus Bad Honnef und Königswinter, die an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen hatten.

Die Geschichte der Honnefer Malteser begann Mitte der Sechziger Jahre in einer Zeit des Aufbruchs und des gesellschaftlichen Wandels. Eine Gruppe junger Leute, zumeist Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinde, wollte sich damals in der Krankenpflege engagieren, weil im Honnefer Krankenhaus nach dem Weggang der Ordensschwestern ein Pflegenotstand drohte. Ein Erste-Hilfe-Kurs brachte im Herbst 1965 die entscheidende Initialzündung: Die jungen Leute beschlossen, eine eigene Malteser-Gruppe zugründen. Johannes Wenning wurde erster Stadtbeauftragter. Anfangs erhielt die kleine Gruppe, die zwar über Sanitätstaschen und eine Trage verfügte, aber noch nicht über ein Fahrzeug,  Unterstützung aus dem benachbarten Hennef.

Schwesternhelferinnen- und Erste-Hilfe-Ausbildung sowie Sanitätsdienst sind in den Folgejahren prägend für die junge Gliederung. In den frühen Siebziger Jahren verschieben sich die Schwerpunkte der Gliederungsarbeit dann hin zu den „Blaulichtdiensten“ Katastrophenschutz und Sanitätsdienst. Ihr erstes richtiges Blaulicht bekommen die Honnefer im Jahr 1972, als sie einen Behelfskrankenwagen anschaffen. Im Jahr 1974 übergibt der Innenminister von Nordrhein-Westfalen der Honnefer Malteser-Gliederung einen Katastrophen-Sanitätszug mit mehreren Fahrzeugen und mit reichlich Einsatzmaterial. Junge Männer erhalten so auch die Möglichkeit, statt des Wehrdienstes eine Verpflichtung im Katastrophenschutz einzugehen.

 

Unterkunft in der Rommersdorfer Straße

 

Im Jahr 1979 wird Dr. Hans Michael Höller nach Heinz Rüddel und Käthemarie Gundelach vierter Stadtbeauftragter der Honnefer Malteser. Er wird die Ortsgliederung entscheidend prägen. Zwischenzeitlich ist die Unterkunft in einer Mietgarage in Rhöndorf zu eng geworden und die Suche nach Alternativen beginnt. Fündig wird man in unmittelbarer Nähe der Pfarrkirche: Das ehemalige Gebäude einer Bauunternehmung in der Rommersdorfer Straße wird 1982 angemietet. Es soll für rund 25 Jahre das Zuhause der Malteser werden.

Mit der Gründung der ersten Malteser-Jugendgruppe schlagen die Bad Honnefer Malteser 1983 ein neues Kapitel auf. Die Jugendarbeit wird die Ortgliederung fortan entscheidend prägen und sie wird sich in Sachen Nachwuchsgewinnung als Segen erweisen. Mit dem heutigen Stadtbeauftragten Dr. Andreas Archut und Stadtarzt André Schmitz sind heute zwei Gründungsmitglieder der Malteser Jugend Mitglieder der Malteser-Stadtleitung.

Auch, wenn sich die Ortsgliederung Anfang der 90-er Jahre weitgehend ausdifferenziert hat, ist es eine Zeit der Experimente und der neuen Herausforderungen. Eine solche Herausforderung ist die Betreuung der „Spätaussiedler“ und DDR-Flüchtlinge, die in den Monaten vor der „Wende“ zahlreich in Bad Honnef untergebracht wird.

 

„Bloody Malti“ imitiert Verletzungen

 

Im Jahr 1992 gründen Jugendliche die Verletztendarstellergruppe „Bloody Malti“. Inspiriert von einer niederländischen Gruppe üben und praktizieren die Jugendlichen die täuschend echte Imitation medizinischer Notfallsituationen. Statt auf Ketchup und roter Kreide setzt die Gruppe früh auf selbst entwickelte Rezepturen für die Darstellung von Wunden und Brandblasen und trainiert in der Gruppe die Darstellung von Bewusstlosigkeit, Herzinfarkt und anderen Notfällen. Die Bloody-Malti-Gruppe besteht bis heute und ist gefragter Partner für Übungen von Feuerwehren und Rettungsdiensten in weitem Umkreis.

Ende der Neunziger Jahre wird der Katastrophenschutz umstrukturiert – eine Folge des Endes des Kalten Krieges und der damit veränderten Sicherheitslage. Die Einheiten werden reduziert, aber dafür mit besserem Material ausgestattet. Im neuen Jahrtausend folgt die Bildung von „Einsatzeinheiten“. Die Honnefer Malteser werden der Bezirksregierung Köln zugeordnet und erhalten die Leitung der Einsatzeinheit „BRK06“, an der auch Malteser aus Meckenheim, Hennef und Siegburg beteiligt sind.

Im neuen Jahrtausend verändert sich auch die Jugendarbeit. Die „klassische“ Jugendarbeit mit einzelnen Jugendgruppen und -leitern wird durch neue Zugangswege für den Malteser-Nachwuchs immer mehr abgelöst. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Schulsanitätsdienste, die sich in dieser Zeit nach und nach in den Schulen rund um das Siebengebirge bilden und die von den Honnefer Maltesern durch Ausbildung, Beratung und Betreuung unterstützt werden.

Neubau an der „Rettungsmeile“

 

Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends kämpft die Stadtleitung der Honnefer Malteser um die Zukunftssicherung der Gliederung. Diese steht und fällt mit einer neuen Lösung für deren Unterbringung. Die alte Unterkunft in der Rommersdorfer Straße erfüllt nicht mehr die neuen Anforderungen des Katastrophenschutzes. Auf der Suche nach Alternativen werden Pläne für einen Neubau konkret. Die Stadt Bad Honnef hat dafür ein Grundstück in Erbpacht an der Quellenstraße bereitgestellt. Zur Finanzierung des Bauprojekts erhalten die Honnefer Malteser zahlreiche Spenden aus der Bevölkerung. Nach langer verbandsinterner Überzeugungsarbeit erhält das Projekt Ende 2007 „Grünes Licht“. 2008 findet der Erste Spatenstich für das „Malteser Quartier“ statt, im Frühjahr 2009 folgt die feierliche Eröffnung im Beisein von Malteser-Präsident Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin.

 

Bewährungsprobe bei der „Loveparade“

 

Eine ganz große Bewährungsprobe bewältigen die Mitglieder der Einsatzeinheit im Sommer 2010, als sie bei der „Loveparade“ in Duisburg als Reserveeinheit beim Sanitätsdienst eingesetzt werden. Das 35-köpfige Kontingent wird als eine der ersten Einheiten zur Unfallstelle geschickt, als es im Zugangstunnel des Festgeländes zur Katastrophe kommt. Der Einsatz dauert mehrere Stunden, in denen die Honnefer Sanitäter um das Leben zahlreicher Verletzter kämpfen, Leichtverletzte versorgen und unverletzte Notfallbetroffene betreuen. Für ihren Einsatz werden sie später vom Bundespräsidenten mit Ehrenurkunden ausgezeichnet, die von Regierungspräsidentin Gisela Walsken überreicht werden.

Unter dem Eindruck wachsender Ansprüche an die Einsatz- und Leistungsfähigkeit ehrenamtlicher Kräfte rücken die verschiedenen Hilfsorganisationen zusammen. Das „Rettungsmeilenfest“ 2010 ist ein Ausdruck dieser neuen Gemeinschaftlichkeit. Den Spitznamen „Rettungsmeile“ hat die Quellenstraße erhalten, weil dort in unmittelbarer Nachbarschaft und kurzer zeitlicher Abfolge Malteser, Technisches Hilfswerk und Deutsches Rotes Kreuz ihre Unterkünfte errichtet haben.

 


Wir danken allen, die unser Jubiläum durch Spenden unterstützt haben. Insbesondere:

  • Bad Honnef AG

  • HEMA Steuerberatungsgesellschaft mbH

  • Stadtsparkasse Bad Honnef

  • Schopp Immobilien GmbH

  • Parkresidenz Bad Honnef GmbH

  • Autohaus Klinkenberg


Ein besonderer Dank gilt der Artus-Runde der Bad Honnefer Malteser für ihre fortgesetzte Unterstützung.

 

Dateien:
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Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Stadtsparkasse Bad Honnef  |  IBAN: DE19 3805 1290 0000 1226 55  |  BIC / S.W.I.F.T: WELADED1HON