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Malteser Bad Honnef

50 Jahre Malteser in Bad Honnef: Interview mit dem Stadtbeauftragten

16.06.2015

Die Honnefer Malteser werden 50 – wie feiern Sie das Jubiläum?

Wir haben uns dazu entschlossen, das Jubiläum eher klassisch zu feiern, also mit einem Festakt und so. Los ging die Feierei aber schon Anfang des Jahres: Wir waren als „Schutzengel“ im Honnefer Karnevalszug dabei. Das eigentliche Jubiläum feiern wir aber zum Patronatstag gemeinsam mit der Pfarrgemeinde Sankt Johann Baptist, die wie wir Johannes den Täufer zum Patron hat.

Die Malteser sind ja eine katholische Hilfsorganisation. Sind sie alle katholisch?

Man muss natürlich nicht katholisch sein, um als Malteser zu helfen, aber es hilft schon manchmal… Unsere christlichen Grundwerte sollte man zumindest teilen. Ob man aber anderen hilft, weil es Spaß macht oder weil es ein christliches Gebot ist, macht im Ergebnis keinen Unterschied. Dennoch sind wir eine katholische Organisation – und wir bilden sogar laut Satzung eine Pfarrgruppe innerhalb der örtlichen Pfarrgemeinde. Sonst halten wir uns aber eher im Hintergrund. Selbst aktiven Gemeindemitgliedern ist das nicht immer so klar, dass wir Teil der Gemeinde sind. Sie sehen uns eher als Dienstleister mit Sanitasche und VW-Bus.

Was macht speziell die Honnefer Malteser aus?

Wir sind eine rein ehrenamtliche Gliederung in unserem Verband. Schwerpunkte unserer Arbeit sind Katastrophenschutz, Sanitätsdienst, Erste-Hilfe-Ausbildung, Schulsanitätsdienste, Jugendarbeit und Soziale Dienste. Die „Blaulicht-Dienste“ sind natürlich am sichtbarsten. Aber wir sind auch eine Organisation, die jungen Menschen bei der Persönlichkeitsentwicklung hilft, Menschen aus der Isolation herausholt und so den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stärkt.

Die Deutschen engagieren sich in ihrem Leben im Durchschnitt zwei Jahre ehrenamtlich. Wie kommt es, dass Ihre „Getreuen“ so viel länger bei der Stange bleiben?

Ich vermute, die Statistik sagt nichts darüber aus, wie viele Menschen sich tatsächlich engagieren. Die Demografen sagen uns auch, dass der Trend zu kürzeren Einzelengagements und weg von den klassischen Ehrenamtsorganisationen geht. Von alledem spüren wir in Bad Honnef – noch – nichts. Sicher liegt das auch daran, dass die Malteser ein hochintegrativer Verein sind. Fast jeder findet bei uns seinen Platz und eine seinen Interessen und Fähigkeiten angemessene Aufgabe. Darin gehen viele Helfer auf. Sinnhaftes Tun schafft intrinsische Motivation und diese Motivation hält lange an.

Sie selbst sind über 30 Jahre bei den Maltesern. Was waren die wichtigsten Meilensteine für die Honnefer Gruppe in dieser Zeit?

Ich bin Gründungsmitglied der Malteser Jugend und ich darf sagen, ohne diesen Einstieg in die verbandliche Jugendarbeit gäbe es die Malteser in Bad Honnef in dieser aktiven Form heute wohl nicht mehr. Schicksalhaft war in jüngerer Zeit die Entscheidung, eine neue Unterkunft zu bauen. Die höheren Ebenen im Verband waren lange Zeit dagegen, aber Micha Höller und ich konnten sie schließlich von der Sinnhaftigkeit überzeugen, auch dank vieler Tausend Euro an zweckgebundenen Spenden aus der Bevölkerung. Schließlich war die Loveparade-Katastrophe ein einschneidendes Erlebnis für uns alle. Sie hat gezeigt: Katastrophen passieren wirklich, und wir können mit unseren Mitteln dann wirklich helfen und Leben retten.

Was haben Sie sich für die nächsten 50 Jahre vorgenommen?

Wir haben in 50 Jahren eine Menge erreicht, und das wollen wir halten. Wir schauen darum bewusst nicht bloß zurück, sondern vor allem nach vorne. Darum haben wir auch eine Jubiläums-Spendenaktion ins Leben gerufen. Die Spenden zu unserem Jubiläum wollen wir einsetzen, um uns fit zu machen für die nächsten Jahrzehnte – etwa durch Investitionen in zeitgemäßes Material und Fahrzeuge, vor allem aber - durch die Finanzierung von Fachausbildungen – in kluge Köpfe.

Zur Person: Dr. Andreas Archut (44) ist seit 2010 Stadtbeauftragter der Bad Honnefer Malteser. Zuvor war er zwölf Jahre Stellvertreter seines Vorgängers Dr. Hans Michael Höller. Aufgewachsen in Bad Honnef kam Andreas Archut mit 12 Jahren als Mitglied der neugegründeten ersten Jugendgruppe zu den Maltesern. Er verpflichtete sich mit 18 Jahren zum Ersatzdienst im Katastrophenschutz, wurde Erste-Hilfe-Ausbilder, Gruppen- und Zugführer. Im Hauptberuf ist der gelernte Chemiker Pressesprecher der Universität Bonn.


Wir danken allen, die unser Jubiläum durch Spenden unterstützt haben. Insbesondere:

  • Bad Honnef AG

  • HEMA Steuerberatungsgesellschaft mbH

  • Stadtsparkasse Bad Honnef

  • Schopp Immobilien GmbH

  • Parkresidenz Bad Honnef GmbH

  • Autohaus Klinkenberg


Ein besonderer Dank gilt der Artus-Runde der Bad Honnefer Malteser für ihre fortgesetzte Unterstützung.

 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Stadtsparkasse Bad Honnef  |  IBAN: DE19 3805 1290 0000 1226 55  |  BIC / S.W.I.F.T: WELADED1HON