Navigation
Malteser Bad Honnef

Erste Flüchtlinge zu Malteser-Helfern ernannt

Jahresbilanz: 21.700 ehrenamtliche Dienststunden geleistet

06.03.2016
Aus Flüchtlingen sind Malteser geworden (v.l.n.r.): Diözesanleiter Prinz von Croy, Günther W. Raths, Abdulsattar Altaee, Tawfek Zahed, Sameer Alkawaritt und Stadtbeauftragter Dr. Andreas Archut. Fotos: Ralf Klodt/MHD
Diözesanleiter Prinz von Croy (re.), Stadtbeauftragter Dr. Andreas Archut (4.v.r.), stellvertretender Stadtbeauftragter Günther W. Raths (2.v.r.) und Zugführer Florian Papke (li.) präsentieren die neuen Helfer und Funktionsträger der Honnefer Malteser.

Die Bad Honnefer Malteser haben drei Flüchtlinge zu aktiven Helfern ernannt – als wohl erste deutsche Malteser-Gruppierung überhaupt. Im Rahmen der Stadtversammlung der Hilfsorganisation überreichten Stadtbeauftragter Dr. Andreas Archut und Malteser-Diözesanleiter Albrecht Prinz von Croy den Syrern Sameer Alkawaritt und Tawfek Zahed sowie Abdulsattar Altaee aus dem Irak ihre Ernennungsurkunden. Außerdem erhielten sie die Helfer-Schulterklappen für ihre Dienstbekleidung, die sie als reguläre Angehörige der Helferschaft kennzeichnen. In den vergangenen Monaten hatten die Flüchtlinge an einem englischsprachigen Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen, regelmäßig die Fortbildungsabende der Aktiven besucht und die obligatorische Helfergrundausbildung absolviert. Sie waren vor rund einem halben Jahr nach Bad Honnef gekommen und sprechen inzwischen schon recht gut Deutsch.

Diözesanleiter Prinz Croy, der auch Mitglied des Präsidiums der Malteser ist, lobte die Honnefer Gruppe für ihr vorbildliches Engagement. „Keine andere deutsche Malteser-Gliederung ist mit der Integration von Flüchtlingen so weit wie Bad Honnef.“ In der Flüchtlingskrise zeigten die Malteser, was sie können. „Es geht nicht nur darum, den Neuankömmlingen ein Zelt über den Kopf zu bauen, sondern sie in die Gesellschaft zu integrieren“, sagte Croy und fügte in Anspielung auf den „Claim“ der Malteser „Weil Nähe zählt“ hinzu: „Wenn wir jetzt nicht Nähe zeigen, wann dann?!“

Malteser-Ortspräses Dr. Herbert Breuer erinnerte an die vielen kleinen und großen Berufungen der Malteser, die letztlich im göttlichen Auftrag erfolgen. Jeder Mensch sei zugleich Abbild und Stellvertreter Gottes: „Die Malteser sind in ihrem Tun – unabhängig von ihrer Religion und Herkunft – zu Stellvertretern Gottes berufen, und sie berufen andere dazu, es ihnen gleichzutun.“

"Aus Flüchtlingen sind Freunde und jetzt sogar Kollegen geworden"

In seinem Tätigkeitsbericht ließ Dr. Archut das Jahr 2015 Revue passieren. Es war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Jahr für die Malteser: „Wir haben mit großem Rückhalt aus der Bevölkerung unser 50-jähriges Bestehen gefeiert und die Herausforderungen bewältigt, vor die die Flüchtlingskrise uns gestellt hat. Die Chance, die in jeder Krise liegt, haben wir ergriffen: Aus Flüchtlingen sind Freunde und jetzt sogar Kollegen geworden.“ Jetzt gelte es, die nächste Phase der Flüchtlingshilfe anzugehen: ihre Integration in die Gesellschaft. Hier wollen die Malteser mit dem neuen Dienst „Integrationslotsen“ ansetzen, der in Kürze beginnen soll. Archut betonte: „Wir möchten dafür zusätzliche Freiwillige gewinnen, die noch nicht bei den Maltesern aktiv sind.“

Dr. Archut erläuterte gemeinsam mit Zugführer Florian Papke und dem Leiter der Bloody Malti-Verletztendarstellergruppe die Zahlen des abgelaufenen Malteser-Jahres: Die Zahl der Aktiven stieg auf 196, die der passiven Mitglieder sank leicht auf 201. Wie arbeitsreich das vergangene Jahr war, zeigt die Statistik der fast 22.000 ehrenamtlichen Dienststunden. Rund 7.500 Dienststunden wurden allein in den „Blaulichtdiensten“ Katastrophenschutz und Sanitätsdienst geleistet. Sechs Mal rückte die Einsatzeinheit unter Honnefer Führung zu Betreuungseinsätzen und für die akute Flüchtlingshilfe aus, bei 77 Sanitätsdiensten leisteten die Malteser über 400 Mal Erste Hilfe. Im Frühjahr 2015 startete die reformierte, eintägige Erste-Hilfe-Ausbildung der Malteser – ein Erfolgsmodell, wie sich herausstellte. Rund 1.900 Menschen wurden in Erste-Hilfe- und anderen Kursen ausgebildet – mehr als je zuvor. Die Verletztendarstellergruppe „Bloody Malti“ war zwölf Mal im auswärtigen Einsatz, und gut 4.000 Stunden kamen bei der Jugendarbeit zusammen.

12 neue Helfer ernannt

12 neue Aktive wurden im Rahmen der Stadtversammlung zu Malteser-Helfern ernannt und erhielten unter dem Beifall der Versammelten ihrer Ernennungsurkunden und Schulterabzeichen. Zum neuen Leiter Sanitätsdienst wurde Thorsten Sauer berufen. Er ist künftig für die Koordination und Mannschaftseinteilung bei den zahlreichen Sanitätseinsätzen der Honnefer Malteser verantwortlich. Zu Praxisanleitern, also Anleitern für neue Ausbilder, wurden Willi Sülzen und Rainer Stens ernannt. Für seine 10-jährige aktive Mitgliedschaft bedankte sich Archut bei Helmut Osterritter-Lichtenberg.

Turnusgemäß fanden auch Wahlen statt. Zu Helfervertretern im Stadtführungskreis wurden Carina Frings und Hanna Groß gewählt. Jens Midderhoff und Cornelius Dirk wurden als Rechnungsprüfer bestätigt. Zuvor hatte die Malteser Jugend in ihrer Jahresversammlung Gregor Biesenbach zum Jugendsprecher und Antonia Fasolack und Patricia Riewendt zu seinen Stellvertreterinnen bestellt.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Stadtsparkasse Bad Honnef  |  IBAN: DE19 3805 1290 0000 1226 55  |  BIC / S.W.I.F.T: WELADED1HON